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Langdistanz Challenge Almere 2021

Wer kennt nicht das Gefühl aus 2020, erst die große Vorfreude auf die im Winter 2019 genannten Wettkämpfe für 2020 und dann Corona.

Wir freuten uns schon auf einen schönen ersten Vorbereitungswettkampf für unsere Langdistanz mit einigen KKKl‘ern in Obertrum am See, doch es kam wie geahnt die Absage. Nach der Absage der gesamten Ligasaison 2020 nun auch für Heike, einigen weiteren KKK’lern und mich die 1. Absage in 2020 für einen offenen Wettkampf. Im Nachhinein war es gar nicht so wild, denn Heike J., Klaus B., Andre B., Roman D. und ich hatten dennoch viel Spaß bei der selbst kreierten Mitteldistanz in Obertrum am See. Anschließend ging für Heike und mich die Langdistanzvorbereitung Almere 2020 in gewohntem Maß weiter. Viele lange Einheiten ergänzt durch Koppeleinheiten folgten im schnellen Wechsel, bis dann im Juli 2020 auch für Almere die Absage kam. Man hätte es ahnen können, besser sogar wissen müssen, doch wie immer stirbt die Hoffnung zuletzt. Was nun? Im Dezember 2019 mit dem Training begonnen, jede Menge Zeit investiert, war das alles für die Katz?? Och nö, bitte nicht… Der Campingplatz in Almere war gebucht, ich hatte schon Urlaub genommen, somit war der Entschluss schnell gefasst, dann machen wir es doch wie in Obertrum am See! Starten wir doch unsere eigene Langdistanz.

Gesagt getan, am Abend des 11.09.2020 wurden die 3,8 km auf einer improvisierten Schwimmstrecke geschwommen, und am Samstagmorgen den 12.09.2020 wurden die 180 km gemeinsam auf dem original Rad Kurs geradelt. Der anschließende Wechsel zum Laufen erfolgte auf einem großen Parkplatz nahe der Wettkampfstrecke, von wo es auch direkt auf die originale Laufstrecke ging. Heike hatte sich nach der ernüchternden Wettkampfabsage erst einmal mit 15 km auf der Laufstrecke begnügt und für mich hatte die Laufeinheit nach 42 km dann auch ein Ende. Das war sie dann, für Heike die erste (unvollendete) Langdistanz.

Letztendlich waren wir schon ein wenig stolz auf die erbrachten Leistungen, und als uns dann die E-Mail von Challenge Almere mit der Nachfrage erreichte: „Geld zurück oder Neustart in 2021?“, war für Heike die Entscheidung für eine Wiederholung in 2021 schnell gefallen! Alle Trainingsuhren ab Dezember 2020 wieder auf Null und wieder auf ein Neues, dieses Mal jedoch im normalen Arbeitsalltag und ohne Schwimmtraining. Das Trainingsjahr 2021 war ein Spiegel zu 2020. Der Trainingswettkampf in Obertrum am See durfte natürlich nicht fehlen. Dieses Mal standen Nicki D, Jens V, Heike J. und ich beim Trumer-Tri am Start. Mit top Resultaten in der Altersklassen, 1. Platz für Nicki D. & 3. Platz für Heike J. , konnte frisch motiviert das LD Training fortgesetzt werden. Die Trainingseinheiten wurden lang und länger und je mehr wir uns dem Start in Almere näherten wurde auch Heikes Anspannung größer. Freitagabend den 10.09.2021 ging es dann endlich zum Abholen der Unterlagen und das Flair der Wettkampfstätte aufsaugen.

Da ist er der Schwimmstart, da ist das Wechselzelt, da der Bike park und und und, Aufregung pur, die Spannung zum Greifen nahe! Endlich wieder richtiges Wettkampfgefühl! Der Samstag wurde für das Bike check in, mini Pasta Party und ein kurzes Testschwimmen genutzt. Nach einer viel zu kurzen Nacht ging am Sonntag um 4:00 Uhr in der Früh der Wecker. Von nun an ging alles wie automatisiert, schnell noch die Wechselzone checken, noch einmal die Wege ablaufen, Wechselzelt checken und dann? Warten! Von 6:45 bis 8:10! Die Anspannung bei Heike war zum Greifen nahe einfach unglaublich. Endlich ging es mit einem Wellenstart ins Wasser, alles lief rund. Die Bojen waren wie an einer Perlenschnur zu einem Dreieckskurs aufgezogen und boten eine perfekte Orientierung. Dennoch hatte die Schwimmstrecke eine Überraschung parat, Wellen! Es gab in der Tat auf diesem See Wellengang, und wenn dann die Hand in die Luft greift anstelle ins Wasser, dann ist der Vortrieb ein wenig suboptimal. Auch der Wasserkonsum lag etwas über der Norm. Nach 3,8 km Schwimmen ging es zum Klammotenwechsel ins Wechselzelt. Mit frischem KKK Gewand und Radschuhen ab zum Rad, die Strecke zwischen Wechselzone und Radaufstieg war schon arg lang, aber was soll‘s, da müssen alle durch. Jetzt ging es endlich los, Radsplit! Heike hatte nun mehr als 5 Minuten Vorsprung, mal schauen wann ich Heike auf der windanfälligen Strecke wohl einholen kann. Mit v=s/t im Hinterkopf wusste ich das es wohl ein wenig dauern würde bis ich Heike wiedersehen würde. Die Strecke ist genial, wie schon im Vorjahr hatten wir ein ordentliches Grinsen unter dem Helm und dieses Jahr ging es noch besser. Was für ein Spaß. Kompliment auch an die Organisation, alle 22,5km gab es eine perfekt organisierte Verpflegungsstation mit allem was das Herz begehrt! Als ich bei Kilometer 95 auf Heike auffuhr war die Freude groß. Nach ein paar gemeinsamen Kilometern in regelkonformen Paarflug ging es dann leider wieder in getrennter Form weiter. Auf der Radstrecke Almere bewahrheitet sich die Weisheit „Wer gerne liegt, liegt länger“ Eine gute Aero Position mit gutem Aero Material ist in Almere Gold wert! Doch auch der schönste Radsplitt hat nach 180 Kilometern ein Ende. Die folgenden ca. 800 m mit Radschuhen zu laufen war allerdings weniger fein. Im Wechselzelt angekommen, schnell die Laufsachen an und ab. Auf der Laufstrecke ging das Kopfkino los, nur nicht zu schnell aber auch nicht zu konservativ angehen, Läuferdreieck, usw …, Läuft!

Auch hier ein großes Lob an die Organisation, auf den 6 Runden a 7 Kilometer gab es auf allen 1,5 Kilometern eine Labe Station!! Perfekt! Gelaufen wurde auf asphaltierten oder flach gepflasterten Wegen rund um das zuvor durchschwommene Weerwater. Was mir in 2020 gar nicht aufgefallen war, ist dass wir ständig über kleine Brücken gelaufen sind. In der 4. Runde musste ich mich doch wirklich fragen ob es hier auch noch etwas Anderes als rauf und runter gibt, ich war im festen Glauben die Laufstrecke sei platt wie eine Flunder.

Nach 10 Stunden 38 Minuten und 35 Sekunden durfte ich die Ziellinie auf blauem Teppich überqueren. Heike querte die Ziellinie mit nur 38 Minuten und 48 Sekunden Rückstand in einer Gesamtzeit von 11 Stunden 17 Minuten und 23 Sekunden. Das war die Siegeszeit in der Altersklasse der Damen im freien Feld! Ein starker Auftritt für eine Langdistanzpremiere!

Bericht: René van Gansewinkel

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